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1860-Presseservice:
Falko Götz: "Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in Berlin
zu gewinnen."
München (ots)
- Am Donnerstag, dem 11. Dezember 2003 um 13:00 Uhr fand die Pressekonferenz
vor dem Bundesligaspiel gegen Hertha BSC Berlin statt. tsv1860.de
hat das Gespräch des Löwen-Trainers mit den Medienvertreten vor
dem Duell mit der Hertha aufgezeichnet.
Herr Götz, am
Samstag treten Sie an alter Wirkungsstätte an. Ein besonderes Spiel
für Sie?
Götz: "Ich würde
lügen, wenn ich sagen würde, dass es kein besonderes Spiel für mich
ist. Natürlich ist es ein ganz besonderes Spiel für mich. Es wird
aber ein sehr schweres Spiel, weil wir im Moment nicht wissen, wo
wir uns nach vier Spielen ohne Sieg befinden. Positiv stimmt mich
das Training in dieser Woche. Die Spieler haben das Rostock-Spiel
aufgearbeitet und erkannt, dass es eben so nicht geht. Die Mannschaft
brennt darauf zu zeigen, was sie wirklich kann. Und es ist nicht
nur ein besonderes Spiel für mich, sondern auch für diejenigen Spieler,
die letzte Saison bei der 0:6- Niederlage in Berlin dabei waren.
Da hat sicher noch der eine oder andere eine Rechnung offen, die
er am Samstag gerne begleichen möchte. Deshalb kann ich mir nichts
Schöneres vorstellen, als in Berlin zu gewinnen."
Sie kennen die
Hertha-Elf wahrscheinlich so gut wie kein anderer. Welche Tipps
werden Sie Ihrer Mannschaft mit auf den Weg geben?
Götz: "Natürlich
haben wir den Gegner studiert, ihre Spielweise genau analysiert.
Aus meiner Kenntnis der Mannschaft heraus, werden wir gut vorbereitet
ins Spiel gehen. Ich werde hier aber keinerlei Kommentare über die
Situation bei Hertha BSC abgeben. Ich werde alle Dinge intern an
meine Spieler weitergeben. Kein Geheimnis ist ja, dass Hertha viele
Individualisten hat, die Spiele alleine entscheiden können. Diese
Spieler müssen wir ausschalten - das ist einer unserer Ansätze in
unserer Vorbereitung."
Sie haben vor
kurzem gesagt, dass eine vorzeitige Vertragsverlängerung über 2005
hinaus für Sie derzeit nicht in Frage kommt. Warum nicht?
Götz: "Ich habe
lediglich gesagt, dass wir andere, wichtigere Baustellen haben und
ich im Moment auch keine Zeit habe, mir darüber Gedanken zu machen.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich in der spielfreien Zeit
mal mit dem Verein zusammen zu setzen und über die Zukunft zu unterhalten.
Was wir hier in Gang gebracht haben, ist keine Sache, die innerhalb
von 14 Tagen zu laufen beginnt - das braucht seine Zeit. Wir haben
ein mittel- bzw. langfristiges Konzept ausgearbeitet. Ich will ja
auch irgendwann die Früchte daraus ernten."
Wird es personelle
Änderungen zum Spiel gegen Rostock geben?
Götz: "Leider
fällt Danny Schwarz mit einer fiebrigen Erkältung aus. Gestern sah
es zwar besser aus, heute hat er aber wieder starkes Fieber bekommen.
Ihn müssen wir definitiv ersetzen. Marcel Schäfer schreibt diese
Woche drei Klausuren, er steht mitten im Abiturstress. Wir wollen
ihm die Möglichkeit geben, sich voll darauf zu konzentrieren. Martin
Stranzl hat muskuläre Verspannungen, er ist heute nur gelaufen,
ich gehe aber davon aus, dass er in Berlin auflaufen kann. Remo
Meyer hat sich am Vormittag im Training eine Verhärtung im Adduktorenmuskel
zugezogen. Er wird auf jeden Fall mitfahren, und wenn es irgendwie
geht wird er auch spielen. Daniel Baier gehört wieder zum Kader,
nach seiner langen Verletzungspause käme ein Einsatz für ihn von
Beginn an aber noch zu früh. Paul Agostino ist leider das 'Bauernopfer'.
Durch die vakanten Positionen von Danny Schwarz und Remo Meyer kann
ich in Berlin nicht drei Stürmer auf die Bank setzen, deswegen ist
mit Michael Wiesinger ein zusätzlicher Mittelfeldspieler im Kader."
Wie wichtig
ist es, dass Benny Lauth nach seiner Rot-Sperre gegen Rostock in
Berlin wieder zur Verfügung steht?
Götz: "Gerade
bei einem Auswärtsspiel ist Benny aufgrund seiner Stärke bei Kontersituationen
enorm wichtig für uns. Er hat gegen Bochum sein letztes gutes Spiel
gemacht. Ich erwarte von ihm am Samstag schon eine ganze Menge.
Dass er sich reinfrisst in die Aufgabe und auch als Vizekapitän
mit gutem Beispiel vorangeht."
Was gibt es
Neues in Sachen Thomas Broich?
Götz: "Er ist
ein Spieler, den ich gerne verpflichten möchte, weil er uns in kreativer
Hinsicht verstärken würde und perspektivisch weiterhelfen könnte.
Er kommt aus München, bringt also eine gewisse Identifikation mit
dem Verein mit, er hat hier seine Familie und seine Freunde, muss
sich also nicht großartig umstellen. Entscheidend ist die wirtschaftliche
Machbarkeit, Thomas Broich befindet sich in einem laufenden Vertragsverhältnis
mit Wacker Burghausen und 1860 ist nicht bereit, wirtschaftliche
Risiken einzugehen. Wir arbeiten dran, den einen oder anderen Spieler
in der Winterpause abzugeben, nur dann wäre ein Transfer zu realisieren."
An welchen Spieler
denken Sie konkret?
Götz: "Ich denke
da zum Beispiel an Daniel Borimirov. Er will im Sommer 2004 mit
Bulgarien die EM spielen, braucht dafür genügend Spielpraxis. Er
hat von sich aus das Gespräch gesucht. Ich habe ihm die sportlichen
Perspektiven bei uns aufgezeigt, kann ihm eben nicht garantieren,
dass er mehr Einsätze bekommt, als in der Vorrunde. Deswegen möchte
er auch den Verein verlassen. Sollte ein Klub an uns herantreten,
der ihn verpflichten möchte, werden wir ihm keine Steine in den
Weg legen."
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